02./03.03.2026 – Regionale Lernstatt Demokratie NRW

Am 2./3. März 2026 präsentierten Schülerinnen des Unterrichtsfaches Geschichte + X am Bochumer Heinrich-von-Kleist-Gymnasium ihr Wettbewerbsprojekt „50 Opfer – 50 Täter – Der Gerther SA-Blutkeller“ im Rahmen der diesjährigen „Regionalen Lernstatt Demokratie NRW“ in der Akademie Klausenhof in Hamminkeln. Auch der Wettbewerbsbeitrag der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt „Unter Tage – Über Tage – Ein Museums-, Erfahrungs- und Begegnungsort für den Bochumer Norden“ fand bei dem Vertreter des Schulministeriums NRW, Steffen Leibold, große Beachtung.

26.02.2026 – Ablehnung des zweiten Antrags gem. § 24 GO NRW für einen Museums-, Unterrichts- und Begegnungsort an der Hiltroper Landwehr
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16.02.2026 – Zweiter Antrag gem. § 24 GO NRW für einen Museums-, Unterrichts- und Begegnungsort an der Hiltroper Landwehr
Am 14.01.2026 wurde der erste gemeinsame Antrag (gem. § 24 GO NRW) des BKV Glückauf Gerthe 1891 e. V., der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt, des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums Bochum und des Gerther Treff e. V. für einen Museums-, Lern- und Begegnungsort in einem Teilgebäude des gegenwärtigen Schulzentrums Gerthe in der 1. Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses der Stadt Bochum mehrheitlich (bei 4 Enthaltungen) abgelehnt.
Auf Anregung des Ausschuss-Vorsitzenden für Schule und Bildung, Herr Ernst Steinbach, wurde im Sitzungsprotokoll die Bitte formuliert, „die Anregung an die Bezirksvertretung Bochum-Nord weiterzuleiten. Außerdem sollte die Verwaltung einen Kontakt zwischen dem Quartiersmanagement sowie den Unterzeichnenden der Anregung mit dem Ziel herstellen, eine dauerhafte Lösung für die Vereine zu finden.“

Umgehend wurde das Quartiersmanagement Bochum-Nord tätig und bereits am 20.01.26 wurden uns die Räume des seit langem ungenutzten, ehemaligen „Sozialzentrums“, einem Treffpunkt für Bewohner und Gäste im Seniorenquartier der VBW an der Hiltroper Landwehr, als Museumsstandort vorgeschlagen.
Die bei uns Antragstellenden durch das Quartiersmanagement geweckten Hoffnungen wurden jedoch jäh enttäuscht: Man teilte uns am 04.02.2026 mit, dass es – entgegen den bisherigen Versicherungen – schon seit Längerem einen interessierten Nachmieter gäbe, dem bereits eine mündliche Zusage gegeben worden sei.
Dies veranlasste uns, einen erneuten Antrag ge. § GO NRW zu stellen und die Bezirksvertretung Bochum-Nord sowie die Stadtverwaltung um Unterstützung unseres Vereins-, Museums- und Begegnungsprojekts zu bitten und auf die VBW / VBW-Stiftung einzuwirken, um eine Entscheidung zugunsten unserer Initiative herbeizuführen. Den vollständigen Antragstext finden Sie unter dem folgenden Link:
28.01.2026 – Stolperstein-Putzaktion in Bochum-Gerthe
Vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Von den über 6 Millionen Opfern der Shoah (Holocaust) waren mehr als eine Million Menschen jüdischen Glaubens allein in Auschwitz zwischen März 1942 und November 1944 in einem beispiellosen Vernichtungswillen ermordet worden.

Initiiert vom Bochumer Kulturrat, der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt und dem „Gerther Treff e. V.“ trafen sich auch in diesem Jahr Bürger*innen am 28.01.2026 anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages, um die von den „Kohlengräbern“ im Dezember 2021 und Juni 2022 verlegten „Stolpersteine“ zu reinigen und damit der Shoah-Opfer aus Bochum-Gerthe zu gedenken.

Bei einem Rundgang besuchten wir die ehemaligen Wohn- und Geschäftshäuser unserer jüdischen Mitbürger in Bochum-Gerthe, die dem NS-Terror vor Ort zum Opfer fielen und reinigten dort die Stolpersteine, die an das Schicksal der Familien Ruben, Fröhlich, Reiß, Rosenthal, Ortheiler, Müntz und Rossbach erinnern.

Auch gab es die Gelegenheit, in der ehemaligen Hegelschule (heute: Stadtteilzentrum U 27) den ehemaligen „Gerther SA-Blutkeller“ zu besichtigen, in dem unter anderen auch der jüdische Kaufmann Albert Ortheiler von den Nazi-Schergen zu Tode gefoltert wurde.

27.01.2026 – Gedenken in der Bochumer Synagoge
„Ein Mensch ist erst dann wirklich vergessen, wenn sein Name vergessen ist“
Auch in diesem Jahr wurde in der Bochumer Synagoge am 27. Januar 2026, dem 81. internationalen Holocaust-Gedenktag zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, der mehr als 6 Millionen Opfer der Shoah gedacht. Zu der Gedenkveranstaltung hatte Felix Lipski, der Vorsitzende des „Klub Stern“, einer Vereinigung der Holocaust-Überlebenden und Kriegsveteranen der Bochumer Synagogengemeinde, eingeladen.

Zu Beginn der Veranstaltung verlasen Mitglieder der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt und Schülerinnen des Bochumer Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums die Namen der Shoah-Opfer aus Bochum, Wattenscheid sowie des Bochumer Außenlagers des KZ Buchenwald. Anschließend trugen Mitglieder der Bochumer Synagogengemeinde die Namen ihrer ermordeten Familienangehörigen vor.

Felix Lipski berichtete in seinem Vortrag „Widerstand im Minsker Ghetto“ über den Mut und selbstlosen lebensgefährlichen Kampf von jüdischen Lagerinsassen und Partisanen für die Rettung zahlreicher Menschen aus dem Ghetto. (Den vollständigen Redetext von Felix Lipski finden Sie unter diesem Link: Rede von Felix Lipski zum Widerstand im Getto Minsk.)

Vertreterinnen der Bochumer „Omas gegen Rechts“ riefen in ihrem Gastvortrag zu Wachsamkeit und Widerstand gegen undemokratische und faschistische Tendenzen in der gegenwärtigen Gesellschaft auf.
Beendet wurde die Veranstaltung mit dem symbolischen Entzünden von 6 Kerzen für die 6 Millionen Opfer der Shoah, es folgten Trauergebete und das gemeinsame Singen des jüdischen Liedes „Mir lebn ejbik“.

14.01.2026 – 1. Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung

Am 14.01.2026 wurde der gemeinsame Antrag (gem. § 24 GO NRW) des BKV Glückauf Gerthe 1891 e. V., der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt, des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums Bochum und des Gerther Treff e. V. für einen Museums-, Lern- und Begegnungsort in einem Teilgebäude des gegenwärtigen Schulzentrums Gerthe in der 1. Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses der Stadt Bochum mehrheitlich (bei 4 Enthaltungen) abgelehnt.
Der Vertreter der Zentralen Dienste, Herr Kai Brandt, wies zu Beginn seiner Erläuterungen darauf hin, dass sich die Vorlage der Stadtverwaltung bei ihrer Ablehnung unseres §-24-Antrags nicht gegen die Notwendigkeit eines Stadtteil-Museums richte, sondern sich ausschließlich gegen die geforderte Erhaltung und Nutzung eines Gebäudetrakts des gegenwärtigen Schulzentrums wende.
Maria-Christina Hagemeister (SPD) begründete die Ablehnung unseres Antrages mit dem großen planerischen und baulichen Aufwand, der notwendig wäre, um das Museumsprojekt zu realisieren. Man halte die Kosten und Konsequenzen, die der Antrag für das neue Schulzentrum mit sich bringen würde, für „zu überzogen“. Sie drückte die Wertschätzung der SPD für die Arbeit des BKV aus und betonte, unser Anliegen sei der SPD „schon wichtig“. Sie regte an, unser Anliegen „an den Bezirk weiterzuleiten“ und die Verwaltung zu beauftragen, „nochmal zu suchen und zu prüfen, ob es nicht ein Gebäude im Norden gäbe, damit der Verein dort seine Sachen unterbringen könnte“.
Neben Herrn Dr. Sascha Dewender (CDU) lobten auch die Vertreter der übrigen Ratsfraktionen die engagierte, verlässliche und ehrenamtliche Arbeit der Antragstellenden hinsichtlich der Traditionspflege, Erinnerungs- und Bildungsarbeit im Bochumer Norden. Die Verwaltung wird aufgefordert, eine alternative Räumlichkeit zu suchen.
In seinem Schlusswort bemerkte der Ausschuss-Vorsitzende, Ernst Steinbach (SPD), die Antragstellenden „hätten ja nur deshalb Pech gehabt, weil sie bei Ihrer Eingabe nach § 24 GO NRW eine überbezirkliche Schule ausgesucht hätten“. Er erinnerte an einen früheren Vorschlag, die ehemalige Stadtteilbücherei an der Kortebuschstraße als Museumsstandort zu nutzen und regte an, die Verwaltung solle Stellung dazu beziehen, ob z. B. die momentane Nutzung dieses Gebäudes durch die Maischützenschule unabdingbar sei, um ihren Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.
Die Stadtverwaltung solle den inhaltlichen Antrag [zur Schaffung eines Stadtteilmuseums] nun an die Bezirksvertretung überweisen, weil dies eine bezirkliche Angelegenheit sei und dann – in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement – überlegt werden sollte, wie man helfen könne, einen Standort zu finden, der auch dem Anliegen Rechnung trägt. Herr Steinbach sicherte den Antragstellenden Unterstützung zu und gab die Bitte zu Protokoll, dass die Verwaltung in dieser Sache tätig werden möge.



