Kohlengräberland-Chronik 2026

 

03.09.2026  Veranstaltung „Ge(h)denken“ in Bochum-Gerthe

Grabstein eines Zwangsarbeiters der Bergbau AG Lothringen auf der Kriegsgräberstätte des Kommunalfriedhofs Bochum-Gerthe (Foto © A. Striebeck)

Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es mehr als 2.100 Kriegsgräberstätten mit mehr als 330.000 Toten beider Weltkriege. In Bochum gibt es 28 Kriegsgräberstätten. In Herne gibt es 18 Kriegsgräberstätten. Dort befinden sich Grabstätten von rund 10.000 Opfern des Ersten und Zweiten Weltkriegs, die allesamt Ewigkeitsgarantie haben und als Erinnerungsorte für künftige Generationen erhalten bleiben müssen.

Bochum, 03.09.2026 – Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Stadt Bochum erinnern bei einer Gedenkveranstaltung auf der Kriegsgräberstätte des Friedhofs Bochum-Gerthe an die Opfer von Krieg und NS-Terror. (Foto © D.Yenmez / Stadt Bochum)

Carina Gödecke und Kai Gera, die Vorsitzenden der Kreisverbände Bochum und Herne des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge luden am 03.09.2027 im „Monat des Kriegsgrabes“ unter dem Motto „Ge(h)denken“ zu der gemeinsamen Veranstaltung mit dem Oberbürgermeister der Stadt Bochum, Jörg Lukat, auf dem Kommunalfriedhof in Bochum-Gerthe ein.

Gedenkveranstaltung am 03.09.2026 in Bochum-Gerthe (v.l.n.r.:) Carina Gödecke, Kai Gera, OB Jörg Lukat, Dr. Kai Uwe Rawe (Foto © D. Yenmez – Stadt Bochum)

Nach der Begrüßung der ca. 60 Anwesenden in der Trauerhalle des Friedhofs durch Carina Gödecke, Kai Gera und Oberbürgermeister Jörg Lukat stellte der Leiter des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte, Dr. Kai Rawe, in seinem Vortrag dann die Bedeutung von Kriegsgräberstätten für die kommunale Erinnerungskultur. In ihrem Redebeitrag betonte Carina Gödecke, „dass Kriege niemals Gewinner, aber immer Verlierer haben und diese Gedenkorte uns gerade im 21. Jahrhundert ganz besonders zum Frieden und zur Versöhnung mahnen. Gräber und Grabsteine sollten uns daran erinnern, wie verletzlich, wie fragil, wie bedroht Frieden, Freiheit und Demokratie auch gegenwärtig sind“.

Gedenkveranstaltung am 03.09.2026 in Bochum-Gerthe; Ulrich Kind, Leiter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt (Foto © D. Yenmez – Stadt Bochum)

Ulrich Kind, Leiter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt, berichtete anschließend über die besondere Bedeutung der Kriegsgräberstätten in Bochum-Gerthe und -Hiltrop als Ausgangsort für zahlreiche Forschungs- und Erinnerungsprojekte in den vergangenen Jahren. (Den vollständigen Redebeitrag finden Sie unter diesem Link: Kohlengräberland-Rede zur Gedenkstunde am 03.09.2026.)

Anschließend begaben sich alle Teilnehmenden auf den Weg zu dem Kriegsgräberfeld, das von der Stadtverwaltung vor kurzem gereinigt und neu angelegt wurde. Nachdem weiße Rosen auf den Grabsteinen der Opfer abgelegt wurden, berichtete Ulrich Kind über die persönlichen Schicksale einiger ausgewählter Kriegsopfer.

„Diese eher kleine Gräberanlage, ist weniger bekannt, aber gerade deshalb von hoher Bedeutung, weil dort Opfer des NS-Terrors, der Bombenangriffe und der Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft aus der ganzen Zeit des NS-Regimes Seite an Seite begraben sind. Die Grabsteine in Bochum-Gerthe erzählen Gerther Geschichten. Zum Beispiel die des Blutkellers der SA in der Hegelschule, in der Heinrich Fischer, Gerther KPD-Gemeinderat, schon im Jahr 1933 zu Tode gefoltert wurde. Oder die Geschichte der 13-jährigen Schülerin Marianne Rzeznik, die im April 1943 nach einem Bombenangriff Opfer eines Blindgängers wurde. Und sie erinnern an Leon Lewandowski, einer der vielen polnischen Zwangsarbeiter. Er wurde kurz vor Kriegsende im April 1945 erschlagen im Gebüsch des Lagers Heinrichstraße gefunden. Opfer, die wir nicht vergessen dürfen, auf einer Kriegsgräberstätte, die nicht in Vergessenheit geraten darf.“ (OB Jörg Lukat / Stadt Bochum)

Bochum, 03.09.2026 – Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Stadt Bochum erinnern bei einer Gedenkveranstaltung auf der Kriegsgräberstätte des Friedhofs Bochum-Gerthe an die Opfer von Krieg und NS-Terror. (Foto © D. Yenmez – Stadt Bochum)

 

01.07.2026  Zeitreise in das Kohlengräberland

Zeitreise der Klasse 4a in das Kohlengräberland (Foto © Vels-Heide-Grundschule, Bochum)

Warum leben wir eigentlich genau hier? Wie sah es hier früher aus? Warum gibt es die Dannenbaumstraße und den Opel-Ring und wie haben unsere Groß- und Urgroßeltern hier gelebt? Fragen über Fragen, die im Lehrplan des Sachunterrichts eigentlich nicht mehr vorgesehen sind.

In der Bochumer Vels-Heide-Grundschule beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a am 01.07.2026 über 4 Stunden mit der Geschichte und dem Strukturwandel ihres Lebensraumes vom Bergbau- zum Gewerbestandort. Die Kinder gingen gemeinsam mit Ulrich Kind, dem Leiter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt, mit großer Begeisterung auf eine spannende Spurensuche. 

Sie erfuhren, wie das Leben der Bergleute unter Tage war, was es mit dem „schwarzen Gold“ auf sich hatte und warum es so kostbar war, dass so viele Menschen im Ruhrgebiet dafür „malocht“ haben. Dafür schlüpften die Kinder selbst in Pütthemd und Knappenkittel und nahmen selbst Schlägel, Eisen und Grubenlampe ihrer Vorfahren in die Hand.

Zeitreise der Klasse 4a in das Kohlengräberland (Foto © Vels-Heide-Grundschule, Bochum)

Auch der harte Alltag und die beschwerliche Hausarbeit der Bergmannsfrauen stieß bei den Kindern auf großes Interesse.

 

16.06.2026  WAZ Bochum zu Bemühungen um Museums- u. Begegnungsort

2026-06-16 WAZ Bochum berichtet über die vergeblichen Bemühungen um einen Museums- und Begegnungsort

 

08.06.2026  –  Zeitzeugen zu Gast bei „Geschichte + X

Am 8. Juni 2026 waren der Zeitzeuge Gerhard Uhle (94) und der Holocaust-Überlebende Felix Lipski (88) der Einladung der Kursleiter (Patrick Thiele und Ahmet Ugur) des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ am Heinrich-von-Kleist-Gymnasium in Bochum-Gerthe gefolgt, um den Schüler*innen des 10. Jahrgangs über ihre Erlebnisse während der Kriegs- und Nachkriegszeit zu berichten.

2026-06-08 Zeitzeugen berichteten im Heinrich-von-Kleist-Gymnasium Bochum-Gerthe über ihre Erlebnisse in der Kriegs- u. Nachkriegszeit (Foto Kohlengräberland, Bildbearb. mit ChatGPT)

Nach fast drei Stunden waren die Zuhörer*innen begeistert vom analogen Lernen durch „oral history“. Ulrich Kind, Leiter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt, hatte den Kontakt vermittelt und freut sich, dass die Tradition der Zeitzeugen-Gespräche nun am Gerther Gymnasium fortgeführt wird.  Schon jetzt freuen sich Zeitzeugen und Schüler*innen auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.

 

02./03.03.2026  –  Regionale Lernstatt Demokratie NRW

Schülerinnen des Bochumer Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums präsentierten einem Vertreter des NRW-Schulministeriums am 02.03.2026 die Wettbewerbsbeiträge des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ und der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt im Rahmen der „Regionalen Lernstatt Demokratie NRW“ des Bundeswettbewerbes Demokratisch Handeln. (Foto © Kohlengräberland, 2026)

Am 2./3. März 2026 präsentierten Schülerinnen des Unterrichtsfaches Geschichte + X am Bochumer Heinrich-von-Kleist-Gymnasium ihr Wettbewerbsprojekt „50 Opfer – 50 Täter – Der Gerther SA-Blutkeller“ im Rahmen der diesjährigen „Regionalen Lernstatt Demokratie NRW“ in der Akademie Klausenhof in Hamminkeln. Auch der Wettbewerbsbeitrag der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt „Unter Tage – Über Tage – Ein Museums-, Erfahrungs- und Begegnungsort für den Bochumer Norden“ fand bei dem Vertreter des Schulministeriums NRW, Steffen Leibold, große Beachtung.  

Urkunden der „Regionalen Lernstatt Demokratie NRW“ des Bundeswettbewerbs Demokratisch Handeln 2026 (Foto © Kohlengräberland, 2026)

 

26.02.2026  –  Ablehnung des zweiten Antrags gem. § 24 GO NRW für einen Museums-, Unterrichts- und Begegnungsort an der Hiltroper Landwehr

 

16.02.2026  –  Zweiter Antrag gem. § 24 GO NRW für einen Museums-, Unterrichts- und Begegnungsort an der Hiltroper Landwehr

Am 14.01.2026 wurde der erste gemeinsame Antrag (gem. § 24 GO NRW) des BKV Glückauf Gerthe 1891 e. V., der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt, des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums Bochum und des Gerther Treff e. V. für einen Museums-, Lern- und Begegnungsort in einem Teilgebäude des gegenwärtigen Schulzentrums Gerthe in der 1. Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses der Stadt Bochum mehrheitlich (bei 4 Enthaltungen) abgelehnt.

Auf Anregung des Ausschuss-Vorsitzenden für Schule und Bildung, Herr Ernst Steinbach, wurde im Sitzungsprotokoll die Bitte formuliert, „die Anregung an die Bezirksvertretung Bochum-Nord weiterzuleiten. Außerdem sollte die Verwaltung einen Kontakt zwischen dem Quartiersmanagement sowie den Unterzeichnenden der Anregung mit dem Ziel herstellen, eine dauerhafte Lösung für die Vereine zu finden.“

Seniorenquartier der VBW (Hiltroper Landwehr 57, Bochum-Gerthe (Foto: Google street view 2026-02-15)

Umgehend wurde das Quartiersmanagement Bochum-Nord tätig und bereits am 20.01.26 wurden uns die Räume des seit langem ungenutzten, ehemaligen „Sozialzentrums“, einem Treffpunkt für Bewohner und Gäste im Seniorenquartier der VBW an der Hiltroper Landwehr, als Museumsstandort vorgeschlagen.

Die bei uns Antragstellenden durch das Quartiersmanagement geweckten Hoffnungen wurden jedoch jäh enttäuscht: Man teilte uns am 04.02.2026 mit, dass es – entgegen den bisherigen Versicherungen – schon seit Längerem einen interessierten Nachmieter gäbe, dem bereits eine mündliche Zusage gegeben worden sei.

Dies veranlasste uns, einen erneuten Antrag ge. § GO NRW zu stellen und die Bezirksvertretung Bochum-Nord sowie die Stadtverwaltung um Unterstützung unseres Vereins-, Museums- und Begegnungsprojekts zu bitten und auf die VBW / VBW-Stiftung einzuwirken, um eine Entscheidung zugunsten unserer Initiative herbeizuführen. Den vollständigen Antragstext finden Sie unter dem folgenden Link:

2. Anfrage / Antrag gem. § 24 Gemeindeordnung NRW  vom 16.02.2026 für einen Museums-, Lern- und Begegnungsort („Über Tage – Unter Tage“) an der Hiltroper Landwehr 57

 

28.01.2026  –  Stolperstein-Putzaktion in Bochum-Gerthe

Vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Von den über 6 Millionen Opfern der Shoah (Holocaust) waren mehr als eine Million Menschen jüdischen Glaubens allein in Auschwitz zwischen März 1942 und November 1944 in einem beispiellosen Vernichtungswillen ermordet worden.

„Stolpersteine“ zur Erinnerung an die jüdische Familie Müntz in der Lothringer Str. 30 in Bochum-Gerthe (Foto © Kohlengräberland, 2026)

Initiiert vom Bochumer Kulturrat, der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt und dem „Gerther Treff e. V. trafen sich auch in diesem Jahr Bürger*innen am 28.01.2026 anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages, um die von den „Kohlengräbern“ im Dezember 2021 und Juni 2022 verlegten „Stolpersteine“ zu reinigen und damit der Shoah-Opfer aus Bochum-Gerthe zu gedenken.

Bürger*innen versammeln sich am 28.01.2026 auf dem Gerther Marktplatz zur „Stolperstein-Putzaktion“ (Foto © Klaus Gesk, 2026)

Bei einem Rundgang besuchten wir die ehemaligen Wohn- und Geschäftshäuser unserer jüdischen Mitbürger in Bochum-Gerthe, die dem NS-Terror vor Ort zum Opfer fielen und reinigten dort die Stolpersteine, die an das Schicksal der Familien Ruben, Fröhlich, Reiß, Rosenthal, Ortheiler, Müntz und Rossbach erinnern.

Gedenken an die jüdischen Familien Fröhlich, Reiss und Rosenthal in der Lothringer Str. 6 (Foto © Klaus Gesk, 2026)

Auch gab es die Gelegenheit, in der ehemaligen Hegelschule (heute: Stadtteilzentrum U 27) den ehemaligen „Gerther SA-Blutkeller“ zu besichtigen, in dem unter anderen auch der jüdische Kaufmann Albert Ortheiler von den Nazi-Schergen zu Tode gefoltert wurde.   

Besuch des ehemaligen „Gerther SA-Blutkellers“ in der ehemaligen Hegelschule (Foto © Klaus Gesk, 2026)

 

27.01.2026  –  Gedenken in der Bochumer Synagoge

„Ein Mensch ist erst dann wirklich vergessen, wenn sein Name vergessen ist“

Auch in diesem Jahr wurde in der Bochumer Synagoge am 27. Januar 2026, dem 81. internationalen Holocaust-Gedenktag zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz,  der mehr als 6 Millionen Opfer der Shoah gedacht. Zu der Gedenkveranstaltung hatte Felix Lipski, der Vorsitzende des „Klub Stern“, einer Vereinigung der Holocaust-Überlebenden und Kriegsveteranen der Bochumer Synagogengemeinde, eingeladen.

Mitglieder der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt und Schülerinnen des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums verlasen am 27. Januar 2026 in der Bochumer Synagoge die Namen der Bochumer Shoah-Opfer (Foto © Kohlengräberland)

Zu Beginn der Veranstaltung verlasen Mitglieder der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt und Schülerinnen des Bochumer Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums die Namen der Shoah-Opfer aus Bochum, Wattenscheid sowie des Bochumer Außenlagers des KZ Buchenwald. Anschließend trugen Mitglieder der Bochumer Synagogengemeinde die Namen ihrer ermordeten Familienangehörigen vor.

Der Shoah-Überlebende des Ghetto Minsk, Felix Lipski, erinnerte am 27. 01. 2026 in der Bochumer Synagoge in seiner Rede an die jüdischen Widerstandskämpfer*innen und Partisanen (Foto © M. Lipskaja)

Felix Lipski berichtete in seinem Vortrag „Widerstand im Minsker Ghetto“ über den Mut und selbstlosen lebensgefährlichen Kampf von jüdischen Lagerinsassen und Partisanen für die Rettung zahlreicher Menschen aus dem Ghetto. (Den vollständigen Redetext von Felix Lipski finden Sie unter diesem Link: Rede von Felix Lipski zum Widerstand im Getto Minsk.)

Vertreterin der „Bochumer Omas gegen Rechts“ (im Bild links) bei ihrem Gastvortrag am 27. 01. 2026 in der Bochumer Synagoge (Foto © M. Lipskaja)

Vertreterinnen der Bochumer „Omas gegen Rechts“ riefen in ihrem Gastvortrag zu Wachsamkeit und Widerstand gegen undemokratische und faschistische Tendenzen in der gegenwärtigen Gesellschaft auf.

Beendet wurde die Veranstaltung mit dem symbolischen Entzünden von 6 Kerzen für die 6 Millionen Opfer der Shoah, es folgten Trauergebete und das gemeinsame Singen des jüdischen Liedes „Mir lebn ejbik“.  

Überlebende der Shoah und der Belagerung der Stadt Leningrad sowie Kriegsveteranen und Ehrengäste entzündeten symbolisch 6 Kerzen für die Opfer des Holocaust (Foto © M. Lipskaja)

 

14.01.2026  –  1. Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung

(Foto © M. Sendlack / Bochum Journal)

Am 14.01.2026 wurde der gemeinsame Antrag (gem. § 24 GO NRW) des BKV Glückauf Gerthe 1891 e. V., der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt, des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums Bochum und des Gerther Treff e. V. für einen Museums-, Lern- und Begegnungsort in einem Teilgebäude des gegenwärtigen Schulzentrums Gerthe in der 1. Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses der Stadt Bochum mehrheitlich (bei 4 Enthaltungen) abgelehnt.

Der Vertreter der Zentralen Dienste, Herr Kai Brandt, wies zu Beginn seiner Erläuterungen darauf hin, dass sich die Vorlage der Stadtverwaltung bei ihrer Ablehnung unseres §-24-Antrags nicht gegen die Notwendigkeit eines Stadtteil-Museums richte, sondern sich ausschließlich gegen die geforderte Erhaltung und Nutzung eines Gebäudetrakts des gegenwärtigen Schulzentrums wende.

Maria-Christina Hagemeister (SPD) begründete die Ablehnung unseres Antrages mit dem großen planerischen und baulichen Aufwand, der notwendig wäre, um das Museumsprojekt zu realisieren. Man halte die Kosten und Konsequenzen, die der Antrag für das neue Schulzentrum mit sich bringen würde, für „zu überzogen“. Sie drückte die Wertschätzung der SPD für die Arbeit des BKV aus und betonte, unser Anliegen sei der SPD „schon wichtig“. Sie regte an, unser Anliegen „an den Bezirk weiterzuleiten“ und die Verwaltung zu beauftragen, „nochmal zu suchen und zu prüfen, ob es nicht ein Gebäude im Norden gäbe, damit der Verein dort seine Sachen unterbringen könnte“.

Neben Herrn Dr. Sascha Dewender (CDU) lobten auch die Vertreter der übrigen Ratsfraktionen die engagierte, verlässliche und ehrenamtliche Arbeit der Antragstellenden hinsichtlich der Traditionspflege, Erinnerungs- und Bildungsarbeit im Bochumer Norden. Die Verwaltung wird aufgefordert, eine alternative Räumlichkeit zu suchen.

In seinem Schlusswort bemerkte der Ausschuss-Vorsitzende, Ernst Steinbach (SPD), die Antragstellenden „hätten ja nur deshalb Pech gehabt, weil sie bei Ihrer Eingabe nach § 24 GO NRW eine überbezirkliche Schule ausgesucht hätten“. Er erinnerte an einen früheren Vorschlag, die ehemalige Stadtteilbücherei an der Kortebuschstraße als Museumsstandort zu nutzen und regte an, die Verwaltung solle Stellung dazu beziehen, ob z. B. die momentane Nutzung dieses Gebäudes durch die Maischützenschule unabdingbar sei, um ihren Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.

Die Stadtverwaltung solle den inhaltlichen Antrag [zur Schaffung eines Stadtteilmuseums] nun an die Bezirksvertretung überweisen, weil dies eine bezirkliche Angelegenheit sei und dann – in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement – überlegt werden sollte, wie man helfen könne, einen Standort zu finden, der auch dem Anliegen Rechnung trägt. Herr Steinbach sicherte den Antragstellenden Unterstützung zu und gab die Bitte zu Protokoll, dass die Verwaltung in dieser Sache tätig werden möge.

WAZ Bochum vom 19.01.2026 zum Abriss des Schulzentrums