Kohlengräberland-Chronik 2025

 

08.12.2025  –  „Unter Tage – Über Tage“ – Antrag gem. § 24 GO NRW für einen Museums- Unterrichts- und Begegnungsort in Bochum-Gerthe

Schüler*innen des Unterrichtsfaches Geschichte + X am Heinrich-von-Kleist-Gymnasium (Foto © HvK / Geschichte + X, 12/2025)

Seit vielen Jahren kooperiert die Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt mit dem Bergmanns-Kameradschaftsverein Glückauf Gerthe 1891 e. V., dem Gerther Treff e. V. und dem Heinrich-von-Kleist-Gymnasium in Bochum-Gerthe.

Gemeinsam haben wir viele Projekte im Bochumer Norden verwirklicht, die auf große Zustimmung und Unterstützung der Bürgerschaft stießen. Neben zahlreichen Erinnerungsprojekten bemühten sich die „Kohlengräber“ auch stets um die Bergbau- und Alltagsgeschichte und trugen damit zur Förderung der Identität mit dem eigenen Lebensraum bei.  

Historische Sammlung des BKV Glückauf Gerthe 1891 e.V. (Foto Sebastian Sendlak)

Über 15 Jahre unterhielt der BKV Glückauf Gerthe im Kellergeschoss der Frauenlobschule in Bochum-Hiltrop ein Vereinsheim und ein Museum. Hier wurde Schüler*innen und Besuchergruppen eine umfangreiche, bergbauhistorisch bedeutsame Sammlung ausgestellt, die an die Arbeitertradition in Bochum-Gerthe und die schwere Arbeit „unter Tage“ erinnerte.

Ausstellung „Gerther Zeitreise“ am 27./28.05.2022 in der Christopherus-Schule (Foto © Gerther Treff / Klaus Gesk)

Nach langjähriger Vorbereitung fand am 27./28. Mai 2022in der Gerther Christopherus-Schule die vielbeachtete Ausstellung „Gerther Zeitreise“ statt, die in der Bevölkerung des Bochumer Nordens und in den Medien große Beachtung fand. Zahlreiche Exponate und Dokumente zur Gerther Lokal-, Industrie und Alltagsgeschichte begeisterten die Ausstellungsbesucher. Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Ausstellung im Juli 2022 über 8 Tage zunächst vom „Bochumer Kulturrat“ im alten Magazingebäude der Zeche Lothringen wiederholt und dann im Januar 2023 ebenfalls im Bochumer Stadtarchiv gezeigt. Auch diese außergewöhnlich umfangreiche Sammlung von Alltagsgegenständen und Ausstellungstafeln ist nun leider eingelagert und steht der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung.

Schülerinnen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ d. Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums und der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt präsentieren der NRW-Schulministerin Dorothee Feller am 17.02.2025 ihre Erinnerungsprojekte im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Demokratisch Handeln (Foto © Kohlengräberland,)

Die Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt wurde für ihre Projekte zur Erinnerungs- und Gedenkkultur bei Landes- und Bundeswettbewerben ausgezeichnet. Auch die Homepage der Geschichtswerkstatt findet – auch international – große Beachtung. Nicht nur die Beiträge zur Gerther Bergbau- und Alltagsgeschichte, sondern vor allem auch die Aufarbeitung der lokalen NS-Geschichte und die Erinnerung an die Opfer des NS-Terrors, der Shoah, der Zwangsarbeit und des Bombenkrieges im Bochumer Norden stößt bei der Bürgerschaft vor Ort und in der breiten Öffentlichkeit auf große Aufmerksamkeit. Auch die Exponate und dokumentarischen Beiträge der Kohlengräberland-Geschichtswerk-statt, könnten für eine ständige Ausstellung zur Verfügung gestellt werden.

Sanierter Trakt des gegenwärtigen Schulzentrums Bochum-Nord und idealer Ort für einen Museums- u. Begegnungsort (Foto © Heinrich-von-Kleist-Gymnasium, Bochum)

Nach der Kündigung der Vereinsräume des BKV 1891 e. V. durch die Stadt Bochum im Nov. 2024 wurden wir nun aktiv. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern versuchen wir jetzt, ein ständiges Museum in dem vom Abriss bedrohten, vor einigen Jahren für ca. 5 Mio. Euro sanierten Teilbereich des Gerther Schulzentrums, zu schaffen. Hier soll dann auch eine Ausstellung zur Alltagsgeschichte der Bergmannsfrauen, zur NS-Geschichte und zur Zuwanderung Platz finden. Das Museum soll ein Erfahrungs- und Begegnungsort für Zeit- und Zweitzeugen und die bürgerschaftlichen Initiativen im Bochumer Norden werden.

Skizze zum Lageplan des erhaltenswerten Gebäudeteils des gegenwärtigen Schulzentrums

Wir entschlossen uns gemeinsam, einen Antrag gem. § 24 GO NRW an den Oberbürgermeister, den Stadtrat und die Stadtverwaltung zu stellen, in dem wir unsere Forderung gegen den Abriss des Schulgebäude-Traktes und zur Schaffung eines ständigen Museums- Erfahrungs- und Begegnungsortes formulierten. Auch baten wir Kirchengemeinden, Schulen, Vereine, Verbände und öffentliche Personen schriftlich um ihre Unterstützung. Viele Solidaritätsbekundungen sind bereits eingetroffen.

Den vollständigen, begründeten Antrag gem. § 24 GO NRW finden Sie unter diesem Link:

§ 24-Antrag – BKV – KL – HvK – Gerther Treff betr. Museum u. Lernort Bochum-Nord

Am 23.12.2025 wurde uns mitgeteilt, dass über unseren Antrag am 14.01.2026 in der Sitzung des „Ausschusses für Schule und Bildung“ am 14.01.2026 entschieden werde, da Bezirksvertretungen u.a. nicht in Angelegenheiten weiterführender Schulen entscheiden würden.

In der Sitzungsvorlage der „Zentralen Dienste“ der Stadt Bochum wurden uns ihre Gründe zur Ablehnung unseres Antrags mitgeteilt, die Sie unter dem folgenden Link im Wortlaut nachlesen können. 

Beschlussvorlage_der_Verwaltung_20252767

In der Ausschuss-Sitzung werden wir die Möglichkeit haben, bis zu zehn Minuten zu unserem Antrag Stellung zu nehmen.

 

23.11.2025  –  Ewigkeitssonntag auf dem Gerther Friedhof

Vereine aus Bochum-Gerthe am Totensonntag 2025 auf dem Gerther Friedhof (Foto © Kohlengräberland)

Initiiert vom Bergmanns-Kameradschaftsverein Glückauf Gerthe 1891 e. V. gedachten auch in diesem Jahr Abordnungen der Vereine, der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt und Gerther Bürger am Ewigkeitssonntag (Totensonntag) vor dem Bergmanns-Ehrenmal auf dem Friedhof an der Kirchharpener Str. den Verstorbenen und legten ein Blumengebinde nieder.

Vertreter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt und des Heinrich-von-Kleist-gymnasium berichten über aktuelle Projekte zur Erinnerungsarbeit (Foto © Klaus Gesk)

Im Anschluss der ökumenischen Andacht durch Pfarrer Till Weiß berichteten Vertreter*innen der Kohlengräberland-Geschichtswerk-statt und des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums in ihrer Rede über ihre Erinnerungs- und Gedenkarbeit während der letzten zwei Jahre. Schließlich besuchten wir die Gräber der Opfer des NS-Terrors, der Zwangsarbeit und des Bombenkrieges und legten in stillem Gedenken dort weiße Rosen ab.

Grabstein des NS-Opfers Heinrich Fischer auf dem Friedhof Bochum-Gerthe (Foto © Klaus Gesk)

Den vollständigen Redetext der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt zur Erinnerungsarbeit des letzten Jahres finden Sie unter dem folgenden Link: Rede Totensonntag 2025 Gerthe

 

10.11.2025  –  Späte Antwort der Stadtverwaltung erst nach 9 Monaten auf Nachfrage

Am 29. Oktober, also ca. neun Monate nach den Anfragen und Anträgen der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt an die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bochum, baten wir um eine Antwort zu den Ergebnissen der Untersuchungen. Es folgt der Schriftwechsel im Wortlaut:

Anfrage der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt an die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bochum

Bezüglich meiner Anträge zum Denkmalschutz im Bereich Bochum-Gerthe und -Hiltrop erhielt ich bislang leider keinerlei Mitteilungen aus Ihrem Hause. Ich bitte Sie, mich über die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen (am Hillerberg), den gegenwärtigen Stand des Denkmalschutz-Verfahrens (St. Maria-Hilf-Krankenhaus) sowie über den aktuellen Sachstand zum Erhalt der Lager-Zaunpfähle kurz schriftlich in Kenntnis zu setzen.

  1. Anfrage der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt zur neolithischen Siedlung im Bereich des Sportplatzes am Hillerberg
Modell d. neolith. Langhaus-Siedlung am Hillerberg (Foto © Kohlengräberland)

Am 02. Februar 2025 regte ich in meiner Anfrage (gem. § 24 GO NRW) an, die Boden-bewegungen im Bereich des Sportplatzes archäologisch fachkundlich begleiten zu las-sen, da es sich bei dem Gelände um einen bedeutenden jungsteinzeitlichen Siedlungs-platz handelt. Aufmerksam geworden durch Hinweise von Mitgliedern des Sportvereins BV Hiltrop, erfuhr ich auf meine Nachfrage bei der Oberen Denkmalbehörde des LWL in Olpe, dass die Bodenuntersuchungen im Bereich des Sportplatzes am Hillerberg bereits abgeschlossen sind.

Antwort der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bochum

 Zu 1: Nach einer Sachverhaltsermittlung durch die LWL-Archäologie, bei der ein Restbefund sowie ausgegrabene Befunde unter rd. 1 m mächtigen Auffüllungen dokumentiert wer-den konnten, fand eine archäologische Baubegleitung der tiefreichenden Bodeneingriffe durch eine archäologische Fachfirma statt. Die archäologische Baubegleitung des rund 459 m² großen Schachtungsschnitts ermöglichte neben der Dokumentation neuzeitlicher Strukturen insbesondere die Sicherung einer urgeschichtlich genutzten Grube mit neolithischem Fundmaterial.

Das Fundmaterial wies auf eine in das Neolithikum datierte Grube, welche womöglich als Abfallgrube genutzt wurde. Die Keramikfragmente sind grob gemagert sowie reduzierend als oxidierend gebrannt. Sie gehörten wohl zu einem zusammengehörigen, handgeformten Gefäß.

Anfrage der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt an die Untere Denkmalbe-hörde der Stadt Bochum

2.  Ensemble-Denkmalschutz für das historische St. Maria-Hilf-Krankenhaus

Am 10. Februar 2025 beantragten wir in einem zweiten Denkmalschutz-Antrag erneut die Fassade des St. Maria-Hilf-Krankenhauses unter Denkmalschutz zu stellen und die Freiflächen vor der Elisabeth-Kirche und dem Krankenhaus als „schützenswerten Bereich“ auszuweisen.

Ebenfalls beantragte ich (gemäß IFG NRW) die Einsichtnahme in Protokolle und Dokumente der Stadt Bochum zu den Entscheidungen zu vorangegangenen Denkmalschutz-Anträgen für das St. Maria-Hilf-Krankenhaus.

Leider erhielt ich bisher keine Nachricht über den Stand des aktuellen Prüfungsverfahrens, auch blieb mein Antrag gem. Informationsfreiheitsgesetz bisher scheinbar unberücksichtigt.

Antwort der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bochum

Zu 2: Das LWL-Fachamt für Denkmalschutz, Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe hat seinerzeit der Stadt Bochum mitgeteilt, dass aufgrund der nicht unerheblichen Reduzierung der bauzeitlichen Substanz das Maria-Hilf-Krankenhaus in Bochum-Gerthe nicht den Kriterien des DSchG NRW entspricht. Zu dieser Einschätzung kam der LWL schon im Juli 1994 sowie im Dezember 2020 und hatte dieses auch der Denkmalbehörde Bochum mitgeteilt. 

Mit Schreiben aus Mai 2024 und aus Februar 2025 hat Ihnen die Stadt Bochum mitgeteilt, dass das St. Maria-Hilf-Krankenhaus in seinem Überlieferungszustand nicht den Kriterien des DSchG NRW erfüllt und dasselbe auch für die von Ihnen ange-sprochenen „Ensemble-Schutz“ oder ein „schutzwürdiges Gebiet“ gilt. Ebenfalls wurde Ihnen mitgeteilt, dass von einer erneuten Prüfung abgesehen wird.

 Gerne können Sie unbenommen dessen einen Termin für die Einsichtnahme in die Denkmalakte zu den Entscheidungen zu vorangegangenen Denkmalschutz-Anträgen für das St. Maria-Hilf-Krankenhaus vereinbaren.

3.  Anfrage der Kohlengräberland-Geschichtswrkstatt zu Relikten (Zaunpfählen) des ehemaligen Zwangsarbeitslagers auf dem Gelände des Gerther Kirmesplatzes

Nach Auskunft der Oberen Denkmalbehörde des LWL fallen die oberirdischen Relikte des Zwangsarbeitslagers (hier Lager-Zaunpfähle im Bereich der Straßen „Gerther Dahl“ und „Dreihügelstraße“) in den Zuständigkeitsbereich der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bochum.

Im Zuge der langjährigen Planungen für die Bebauung des ehemaligen „Gerther Kirmesplatzes (jetzt „Wohnen am Hiltroper Volkspark“) und die Schaffung eines Gedenkortes wurde von der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt mehrfach auf die Bedeutung der historischen Zeugnisse hingewiesen und der Erhalt dieser Relikte eingefordert.

Antwort der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bochum

Zu 3:  Die archäologische Untersuchung wird im Anschluss an den Satzungsbeschluss zum B-Plan ‚Wohnen am Hillerberg‘ und an die Rodung der Fläche stattfinden. Der östlich angrenzende Grünraum ist weiterhin als Gedenkort geplant, dort können mögliche Fundstücke integriert werden. Teilbereiche des Bodendenkmals bleiben unberührt. Es ist geplant so viel wie möglich Bodendenkmal im Bereich des Parks zu erhalten. Bezüglich der Zaunpfosten steht im Zuge der Voruntersuchung auch deren Über-prüfung an (dendrochronologische Probe), ob diese tatsächlich aus der Lagerzeit bis 1945 stammen; dies scheint aktuell nur eine größere Wahrscheinlichkeit, aber keine gesicherte Erkenntnis zu sein.

Ich hoffe, Ihre Fragen hiermit beantwortet und Ihnen weitergeholfen zu haben.

 

07.11.2025  –   Jahresempfang der Bezirksvertretung Bochum-Nord

Jahresempfang der Bezirksvertretun Bochum-Nord. (Foto © Gerther Treff e. V. / Kohlengräberland)

Auch die Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt war – zum Austausch mit Vertretern aus Politik, Firmen, Schulen, Verbänden und Vereinen aus dem Bochumer Norden – zum diesjährigen Jahresempfang der Bezirksvertretung Bochum-Nord geladen.

09.10.2025  –  Geschichtsunterricht „vor Ort“

(Text- u. Bildquelle: Kolibri-Grundschule Herne https://www.kolibri-schule-herne.de)

Warum leben wir eigentlich genau hier? Wie sah es hier früher aus? Wo kommt der Name unserer Straßen her? Und wie haben unsere Groß- und Urgroßeltern hier gelebt?

In der Klatte 4c der Herner Kolibri-Grundschule drehte sich am 13.10.2025 über 4 Stunden alles um das Thema Bergbau. Die Kinder gingen gemein-sam mit Ulrich Kind von der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt auf eine spannende Spurensuche und entdeckten mit großer Begeisterung die Geschichte der Stadt Herne.

Sie erfuhren, wie das Leben unter Tage war, was es mit dem „schwarzen Gold“ auf sich hatte und warum es so kostbar war, dass so viele Menschen im Ruhrgebiet dafür „malocht“ haben.

Dafür schlüpften die Kinder selbst in Pütthemd und Knappenkittel und nahmen selbst Schlägel, Eisen und Grubenlampe ihrer Vorfahren in die Hand.

20.09.2025  –  Seilscheibenfest in Bochum-Gerthe

BKV und Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt am 20.09.2025 im Gespräch mit Jörg Lukat. (Foto © A. Krüger / SPD OV Gerthe)

Im Rahmen des diesjährigen „Seilscheiben-Festes“ des SPD-Ortsvereins Bochum-Gerthe am 20.09.2025 hatten der 1. Vorsitzende des Berg-manns-Kameradschaftsvereins Glückauf Gerthe 1891 e. V. und der Projektleiter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt Gelegenheit, mit Jörg Lukat, dem SPD-Kandidaten für die Wahl des Bochumer Oberbürgermeisters (jetzt OB) , über die Bedeutung von Erinnerungs- und Gedenkkultur im Bochumer Norden zu diskutieren. Auch die Forderung nach einem Museums- und Begegnungsort in Bochum-Gerthe wurde hierbei thematisiert.

 

08.08.2025  –  Gedenken an die 118 Opfer des Schlagwetterunglücks auf dem Gerther Friedhof

Abordnung des BKV Glückauf Gerthe 1891 e.V. am 08.08.2025 auf dem Friedhof in Bochum-Gerthe (Foto © Kohlengräberland)

Auch in diesem Jahr gedachte auf dem Friedhof in Bochum-Gerthe eine Abordnung des Bergmanns-Kameradschafts-vereins „Glückauf Gerthe 1891 e.V.“ und der Kohlen-gräberland-Geschichtswerkstatt am Grab der 118 Todesopfer des Schlagwetter-Unglücks am 8. August 1912 auf der Zeche Lothringen.

 

2025-07-09  Informationsveranstaltung zum „Unitecta-Gelände“ von der Stadt Bochum abgesagt

Auf Anregung der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt hatte der SPD-Ortsverein Gerthe geplant, eine Bürger-Informationsveranstaltung am 9. Juli 2025 zur Altlasten-Sanierung und zukünftigen gewerblichen Nutzung des ehemaligen „UNITECTA-Geländes“ zu veranstalten, um benachbarten Anwohnern und interessierten Bürger*innen die zukünftigen Planungen und Maßnahmen, auch in Hinblick auf die notwendige Altlasten-Sanierung, zu erläutern.

Hierzu waren auch Vertreter*innen der Bochum Wirtschaftsentwicklung (WEG) sowie des Umwelt- und Grünflächenamtes (Untere Bodenschutzbehörde) der Stadt Bochum eingeladen, um die Bürger*innen kompetent zu informieren. Vertreter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt sollten in einem Einstiegsreferat über die ehemalige Nutzung des Geländes durch die Zeche Lothringen berichten.

Dr. Markus Bradtke (Foto © Stadt Bochum)

Unter Hinweis auf das „Neutralitätsgebot“ der Stadtverwaltung – 9 Wochen vor der Kommunalwahl – hatte Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke (Dezernat VI – Bauen, Umwelt, Mobilität und Nachhaltigkeit) die Teilnahme der Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung an dieser Informationsveranstaltung untersagt.

Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes müssen sich bei politischen Äußerungen zu ihrem dienstlichen Aufgabenbereich in der Zeit vor einer Wahl zurückhalten, insbesondere wenn eine Rückwirkung auf den Wahlkampf nicht ausgeschlossen werden kann. Die Karenzzeit des Neutralitätsgebotes vor der Wahl ist nicht genau festgelegt.

Es bleibt zu hoffen, dass die Informationsveranstaltung Anfang des Jahres 2026 nachgeholt wird, um die betroffenen Anwohner über das große Ausmaß der vorhandenen Bodenverseuchung und die Auswirkungen der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen umfassend zu informieren und dringende Fragen der Bürger*innen fachlich kompetent zu beantworten.

 

05./06.07.2025  –  „Gerther Sommer“ und  Gemeindefest Hiltrop

„Gerther Sommer 2025“ am 05.07.2025 (Foto © Christian Schnaubelt)

Im Rahmen der Veranstaltung „Gerther Sommer 2025“, die alljährlich von „Bochum Marketing GmbH“ und „Gerther Treff e.V.“ ausgerichtet wird, präsentierte auch die Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt ihre aktuellen Projekte und stand den interesierten Bürger*innen des Bochumer Nordens einen Tag lang für Nachfragen zur Verfügung.

Projektpräsentation der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt beim „Gerther Sommer 2025“ am 05.07.2025 (Foto © Klaus Gesk)

Gleich am nächsten Tag informierten die „Kohlengräber“ auch beim Gemeindefest in Bochum-Hiltrop interessierte Bürger*innen über ihre Arbeit im Bochumer Norden.

Projektpräsentation der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt beim Gemeindefest der evang. Kirchengemeinde Hiltrop am 06.07.2025 (Foto © Kohlengräberland)

 

17.06.2025  –  BV Bochum-Nord berät über „Gerthe-West“

41. Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Nord am 17.06.2025 (Foto © Kohlengräberland)

Im Rahmen der 41. Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Nord wurde am 17.06.2025 über die weitere Entwicklung der Bauvorhaben „Wohnen an der Sodinger Straße“ und „Wohnen am Hiltroper Volkspark“ (ehem. „Gerthe-West“ / „Wohnen am Hillerberg) beraten.

„Wohnen an der Sodinger Straße“

Städtebaulicher Vorentwurf zum Bauprojekt „Wohnen an der Sodinger Straße“ vom 05.06.2025 (Grafik: Stadt Bochum)

Die Stadt Bochum hatte – nach dem beschlossenen Verbleib der Sportanlage des BV Hiltrop am Hillerberg – nun ihren städtebaulichen Vorentwurf für die Schaffung eines Wohngebietes an der Sodinger Straße zur Abstimmung eines Aufstellungsbeschlusses vorgelegt, dem die Mitglieder der der BV Bochum-Nord einstimmig zustimmten.

„Wohnen am Hiltroper Volkspark“

Städtebaulicher Vorentwurf zum Bauprojekt „Wohnen am Hiltroper Volkspark“ vom 05.06.2025 (Grafik: Stadt Bochum)

Umgehend nach der sehr kurzfristigen Veröffentlichung (05.06.2025) des städtebaulichen Vorentwurfs zum Bauprojekt „Wohnen am Hiltroper Volkspark“ im Bereich des ehem. Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeitslagers hatten sowohl Vertreter*innen der SPD und DIE GRÜNEN als auch die Bürgerinitiativen „Pro Gerthe e.V“, „Gerthe-West – So nicht!“ sowie die Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt ihre Kritik zu den vorgelegten Plänen – auch hinsichtlich der Schaffung eines würdigen, zentralen Gedenkortes – und die Nichtbeachtung der seit Jahren eingebrachten Bedenken und Anregungen aus der Bürgerschaft geäußert.

Erstmals seit Gründung der Bezirksvertretung vor 50 Jahren wurde von uns ein Antrag auf „Einwohnerfragestunde“ im Rahmen der BV-Sitzung gestellt, in der die Stadtverwaltung unsere Fragen zum Planungsentwurf und der Bürgerbeteiligung beantworten sollte.

Nach einer ausführlichen und z. T. kontroversen Beratung wurde der Antrag zum Aufstellungsbeschluss der Stadt Bochum von den Fraktionen der SPD und DIE GRÜNEN mehrheitlich abgelehnt und ein ausführlicher Forderungskatalog hinsichtlich der weiteren Planungen zur Abstimmung des „Ausschuss für Planung und Grundstücke“ am 02.07.2025 übergeben.

Über die Planungsentwürfe, unsere Anfragen an die Stadtverwaltung sowie die Anregungen der Bezirksvertretung können Sie sich unter dem Link „Niederschrift zur 41. Sitzung der Bezirksvertretung Bochum Nord“ ausführlich informieren.

WAZ Bochum vom 26.06.2025 zur 41. Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Nord zum Thema „Wohnen am Hiltroper Volkspark

 

16. u. 26.06.2025  –  Recherchen im Landesarchiv Münster zu Paul Wandt

Auszug aus der Prozessakte des Strafverfahrens gegen den ehemaligen SA-Mann Paul Wandt im Landesarchiv Münster (Foto © Kohlengräberland)

Nachdem die Urenkelin des ehemaligen SA-Mannes Paul Wandt aus Bochum-Hiltrop bei ihren Recherchen auf die Homepage der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt aufmerksam geworden war, nahm sie Kontakt zu uns auf. Sie berichtete uns über die Flucht ihres Urgroßvaters und sein heimliches Leben im Untergrund. Wandt galt im Krieg als „gefallen“ und wurde im „Blutkeller-Prozess“ (1947 / 1948) für seine Mitwirkung bei den Gräueltaten der Gerther SA daher nicht verurteilt.

Bei unseren intensiven Nachforschungen im Landesarchiv Münster entdeckten wir in den Akten aus seinem Mordprozess (1952 – 1958) das fünfte, bislang unbekannte Todesopfer der Gerther SA, den damals 33-jährigen Familienvater Robert Löffler.

 

12.06.2025  –  WAZ-Pressetermin am Gerther „SA-Blutkeller“

Schülerinnen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ mit dem Leiter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt am 12.06.2025 beim WAZ-Pressetermin vor dem ehemaligen „Gerther SA-Blutkeller“ in der Gerther Hegelstraße (Foto © P. Thiele / Kohlengräberland)

Schülerinnen des „Unterrichtsfaches Geschichte + X“ vom Gerther Heinrich-von-Kleist-Gymnasium und ihr Kurslehrer Patrick Thiele sowie der Leiter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt  trafen sich am 12.06.2025 mit der Lokalredakteurin der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), Sarah Kähler, an der ehemaligen Hegelschule, um über die menschenverachtenden Greueltaten der Gerther SA im „Gerther Blutkeller“ bereits ab Frühjahr 1933 zu berichten.

https://www.waz.de/lokales/bochum/article409255947/gerther-blutkeller-duesteres-kapitel-bochumer-geschichte.html

Wir danken der Bochumer WAZ-Lokalredaktion für die ausführliche und engagierte Berichterstattung.

 

26.05.2025  –  Stadtteil-Exkursion zu den Kriegsgräbern auf dem Gerther Friedhof

Scüler*innen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ besuchen die Kriegsgräber auf dem Gerther Friedhof (Foto © P. Thiele / Geschichte + X)

Am 2804.2025 besuchten Schüler*innen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ des Gerther Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums gemeinsam mit dem Projektleiter der Kohlengräberland-Geschichtswrkstatt die Kriegsgräber der Opfer von NS-Terror, Zwangsarbeit und Bombenkrieg.

 

13.05.2025  –  BV Bochum-Nord berät über Kohlengräberland-Antrag zur neolithischen Siedlung am Hillerberg

40. Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Nord am 13 Mai 2025 (Foto © Kohlengräberland, 2025)

In der 40. Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Nord wurde am 13.05.2025 über die Anregung der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt nach § 24 (GO NRW) bezüglich der archäologischen Begleitung der Bodenbewegungen sowie der Sicherung evtl. noch vorhandener neolithischer Kulturgüter im Zuge der geplanten Sanierung des „Sportplatzes am Hillerberg“ in Bochum-Gerthe/-Hiltrop beraten.

Die WAZ Bochum hatte am 12.05.2015 in ihrem Lokalteil bereits ausführlich über die historische Bedeutung des mehr als 6.000 Jahre alten Siedlungsgeländes und den Antrag der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt berichtet.

WAZ Bochum am 12.05.2025 zur neolithischen Siedlung am Hillerberg (https://www.waz.de/lokales/bochum/article408973264/unter-diesem-stueck-bochum-schlummert-eine-steinzeit-siedlung.html)

Die Stadtverwaltung hatte der Bezirksvertretung Bochum-Nord in ihrer Stellungnahme die Ablehnung des Kohlengräberland-Antrags vorgeschlagen und begründete dies wie folgt: Der Stadtverwaltung sei seit langem bekannt, „dass sich im Plangebiet vermutete Bodendenkmäler – hier Siedlungsreste der Eisenzeit, des Neolithikums, der Rössener Kultur und der Späten Bronzezeit – befinden. Sowohl im Vorfeld der inzwischen überholten Rahmenplanung „Gerthe-West“ / „Wohnen am Hillerberg“ als auch im Vorfeld der aktuellen Planung zur Sanierung des Sportplatzes „Am Hillerberg“ wurde die LWL-Archäologie für Westfalen (LWL) beteiligt bzw. angehört. In Abstimmung mit dem LWL wird das betroffene Plangebiet mit Baggersondagen untersucht, um Erhaltung und Ausdehnung bzw. Abgrenzung der zunächst vermuteten Bodendenkmäler – und damit auch die Relevanz für das weitere Verfahren – zu klären. Die Untersuchung wird in Abstimmung mit dem LWL durch eine archäologische Fachfirma begleitet. Insofern bedarf es diesbezüglich keines Beschlusses der Bezirksvertretung.“

Modell d. neolithischen Langhaus-Siedlung am Hillerberg (Foto © Kohlengräberland)

Zu dem weiteren Vorschlag der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt, eine Info-Tafel aufzustellen, um die Bürger*innen über die historische Bedeutung des Geländes zu informieren, teilte die Stadtverwaltung mit, es „sollten zunächst die Ergebnisse der archäologischen Untersuchung abgewartet werden.“

In einer mündlichen Stellungnahme äußerte der Projektleiter der Geschichtswerkstatt sein Befremden hinsichtlich der Vorgehensweise sowie Begründung der Stadtverwaltung und bat die Mitglieder der BV um Unterstützung bei der Installation einer Info-Tafel.

Im Rahmen der Beratung gab die Bezirksvertretung einstimmig eine Absichtserklärung, dass zur Verwirklichung des Wunsches der Geschichtswerkstatt, „dass vor Ort eine Infotafel aufgestellt werden solle, ein interfraktioneller Antrag zur Umsetzung folgen soll. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Petenten den Inhalt zu erarbeiten.“

Stellungnahme d. Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt  vom 13.05.2025

Weiterführende Informationen zur neolithischen Siedlung am Hillerberg finden Sie unter dem folgenden Link: https://www.kohlengraeberland.de/der-bochumer-norden-vor-6-000-jahren/

 

08.05.2025  –  80. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg

Das Bochumer Bündnis gegen Rechts und der Kinder- und Jugendring erinnerten mit einem Gedenkrundgang am Donnerstag, den 08. Mai 2025 auf dem Hauptfriedhof am Freigrafendamm an den 80. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg. (Foto © Kohlengräberland, 2025)

Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa beendet. Zwölf Jahre lang waren Systemgegner*innen, Gewerkschafter*innen und Widerstandskämpfer*innen, Jehovahs Zeugen, Juden, Sinti und Roma, Behinderte, Homosexuelle, und Zwangsarbeiter*innen von den Faschisten brutal verfolgt und ermordet worden.

Beim Gedenkrundgang berichtete Felix Lipski, Shoah-Überlebender des Getto Minsk, als Vertreter des „Klub Stern“ der Bochumer Synagogen-Gemeinde über das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter*innen. (Foto © Kohlengräberland, 2025)
Link zum vollständigen Text der Rede von Felix Lipski zum 8. Mai 2025 auf dem Bochumer Hauptfriedhof
Der Widerstand gegen das faschistische Regime stand im Mittelpunkt des Beitrags von Werner Meyer-Deters, als Vertreter des VVN-BdA. (Foto © Kohlengräberland, 2025)
Die Jugendtheatergruppe der Quartiershalle und das Theater Löwenherz präsentieren zum Abschluss des Gedenkrundgangs ein szenisches Spiel frei nach dem Buch „Heul doch nicht, du lebst ja noch“ von Kerstin Boie. (Foto © Kohlengräberland, 2025)

 

28.04.2025  –  Unterrichtsgang zum Gerther Bergmannsdenkmal

Schüler*innen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ am 28.04.2025 beim Unterrichtsgang des Faches „Geschichte + X“ zum Bergmannsdenkmal auf dem Gerther Friedhof (Foto © P. Thiele / Kohlengräberland)

Schüler*innen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ (Jg. 9) vom Gerther Heinrich-von-Kleist-Gymnasium besuchten mit ihren Kurslehrer Patrick Thiele und Ahmet Ugur und dem Leiter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt die Grabstätte der 118 Bergleute der Zeche Lothringen, die am 8. August 1912 durch ein Schlagwetter-Unglück ihr Leben verloren.

Schüler*innen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ am 28.04.2025 beim Unterrichtsgang des Faches „Geschichte + X“ informieren sich auf dem Gerther Friedhof über die Opfer des Schlagwetter-Unglücks vom 8.8.1912 (Foto © P. Thiele / Kohlengräberland)

In den Jahre 2017 / 2018 hatten sich Schüler*innen des Kooperationsprojektes der Gerther HvK und den Herner „Kohlengräbern“ der EFG erfolgreich für die Wiederherstellung der Grabplatten eingesetzt, da diese von Metallräubern gestohlen worden waren.

Weiterführende Informationen hierzu finden Sie unter diesem Link: https://www.kohlengraeberland.de/wiederherstellung-des-bergmannsdenkmals/

 

07.04.2025  –  Spurensuche im Bochumer Stadtarchiv

Schülerinnen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums im Bochumer Stadtarchiv bei ihren Recherchen zu den Opfern des Gerther NS-Terrors (Foto © Kohlengräberland)
(Foto © Geschichte + X)

In Kooperation mit der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt recherchieren Schülerinnen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums im Bochumer Stadtarchiv das grausame Schicksal der Opfer des „Gerther Blutkellers“ in der ehemaligen Hegelschule. Gemeinsam mit dem Leiter des Freizeit- und Stadtteilzentrums U27 ist angedacht, eine „Stolperschwelle“ für die Opfer vor der ehemaligen Folterstätte der Gerther SA zu verlegen.

Weitere Informationen zum „Gerther Blutkeller“ finden Sie unter diesem Link: NS-Unrechtsort „Blutkeller Hegelschule“ – Folterstätte der Gerther SA

 

29.03.2025  –  50 Jahre Gemeindereform – Feierstunde im Gerther Amtshaus

Feierstunde zum 50. Jahrestag der Gemeindereform im Gerther Amtshaus am 29.03.2025 (Foto © Kohlengräberland)

Anlässlich der Gebiets- und Gemeindereform am 1. Januar 1975 luden die Bezirksvertretung Bochum-Nord und die Stadtverwaltung am 29. März 2025  zum 50. Jahrestag Bürgerinnen und Bürger zu einer Feierstunde im Gerther Amtshaus ein, die das historische Ereignis als wichtiges Element der „Demokratie vor Ort“ würdigte und auf die Entwicklung des Bochumer Nordens in den letzten fünf Jahrzehnten zurückblickte.

Auch Vertreter*innen der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt, der Gerther Bürgerinitiativen sowie des BKV Glückauf Gerthe 1891 e.V. nahmen an dieser Veranstaltung teil und hatten im Rahmen zahlreicher informeller Gespräche mit Teilnehmenden aus Stadtverwaltung und Bezirksvertretung die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.

 

22.03.2025  –  Stadtteil-Spaziergang mit OB Thomas Eiskirch

Am 22. März 2025 lud Oberbürgermeister Thomas Eiskirch Gerther und Hiltroper Bürger*innen zum „Stadtteil-Spaziergang“ im Bochumer Norden ein, an dem auch Vertreter*innen der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt sowie auch der Bürgerinitiativen „Pro Gerthe e. V.“ und „Gerthe-West – So nicht!“ teilnahmen.

Stadtteil-Spaziergang mit OB Thomas Eiskirch in Bochum-Gerthe und -Hiltrop am 22.03.2025 (Foto © Kohlengräberland)

Eine von der Stadtverwaltung vorbereitete, feste Route orientierte sich an den baulich sichtbaren Ergebnissen der Erfolgsgeschichte der Amtszeit des OB. Die von Bürgervertreter*innen mehrfach vorgeschlagene Besichtigung von Problembereichen „vor Ort“ und die Erörterung von kritischen Fragen hierzu im Plenum lehnte OB Eiskirch schon zu Beginn kategorisch ab.

Orte wie der Container-Parkplatz an der Hiltroper Landwehr fanden keine beim Stadtteil-Spaziergang am 22.03.2025 leider keine Beachtung (Foto © Kohlengräberland Febr. 2025)

Drängende Fragen der Bürger*innen zum akuten Sanierungsbedarf „vor ihrer Haustür“ sollten – so der OB – während des Spaziergangs zu den jeweiligen Haltepunkten lediglich in privaten Einzelgesprächen mit den anwesenden Vertreter*innen der zuständigen Fachämter der Stadtverwaltung besprochen werden.

Auch der städtische „Schwarze Weg“ zwischen Hiltroper Landwehr und Castroper Hellweg, seit Jahren z. T. unpassierbar, blieb beim Stadtteil-Spaziergang am 22.03.2025 unberücksichtigt. (Foto © Kohlengräberland, Febr. 2025)

So blieben viele drängende Fragen und Anregungen von engagierten Bürger*innen z. B. zur Wohnumfeld-Verbesserung z. B. im Rahmen des Wohnbau-Projekts „Gerthe-West“ oder dem Gedenkort auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeitslagers auf dem „Kirmesplatz“ an der Heinrichstraße von der Stadtverwaltung leider unbeantwortet. Schade um diese verpasste Chance, Herr Oberbürgermeister!

Stadtteil-Spaziergang mit OB Thomas Eiskirch in Bochum-Gerthe und -Hiltrop am 22.03.2025 (Foto © Klaus Gesk)

Die rhetorisch brillanten Vorträge des OB wurden jeweils  mit (z. T. von den Teilnehmenden als unangenehm und peinlich empfundenen) Quiz- und Schätzfragen eingeleitet und durch seine humoresken Seitenhiebe auf ewig Gestrige, Unwissende, Kritiker, Helikopter-Eltern und Blockierer gut gemeinter, zukunftsweisender städtischer Innovationen immer wieder „aufgelockert“. 

OB Thomas Eiskirch betonte wiederholt, dass sich die Bürger*innen im Bochumer Norden seiner Meinung nach allzu oft ungerechtfertigt als „abgehängt“ und „benachteiligt“ empfinden würden, er widersprach dieser „Negativhaltung“ und verwies auf die vielen millionenschweren Investitionen während seiner Amtszeit.

 

17./18.02.2025  –  Demokratie-Wintergarten 2025 in Hamminkeln

Die Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt präsentierte NRW-Schulministerin Dorothee Feller gemeinsam mit Schülerinnen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums aus Bochum-Gerthe am 17.02.2025 in Hamminkeln ihre Projektergebnisse (Foto © Kohlengräberland)

Am 17./18. Februar 2025 trafen sich die Wettbewerbsteilnehmer*innen des Bundeswettbewerbs „Demokratisch Handeln 2024“ aus NRW zur Projektpräsentation, zum Erfahrungsaustausch und zu Workshops in der Akademie Klausenhof in Hamminkeln. Auch die Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt präsentierte dort ihren Wettbewerbsbeitrag Ortheiler, Rosenthal, Müntz und die anderen … -Erinnern an die Opfer der Shoah aus Herne und Bochum-Gerthe“ der Öffentlichkeit.

Erstmalig nahmen auch Schülerinnen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ vom Heinrich-von-Kleist-Gymnasium in Bochum-Gerthe mit ihrem Projekt „Historische Stadtteil-Exkursionen zur Zwangsarbeit 1942 – 1945“ am Bundeswettbewerb „Demokratisch Handeln“ teil.  Auch in diesem Jahr war NRW-Schulministerin Dorothee Feller zu Gast und besuchte die Projektpräsentationen der Wettbewerbsteilnehmenden.

 

12.02.2025  –  Gefährdung historischer Relikte im „Lager Heinrichstraße“

Gefährdete historische Zaunpfähle im Bereich des ehemaligen Lagers „Heinrichstraße“ der Bergbau AG Lothringen (Foto © Kohlengräberland, Februar 2025)

Die Technischen Betriebe der Stadt Bochum waren bereits am 10. Dezember 2024 durch besorgte Bürger darauf hingewiesen worden, dass umgestürzte oder gefällte Bäume im Bereich des unter Bodendenkmalschutz stehenden Geländes des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeitslagers „Heinrichstraße“ die erhaltenen historischen Lager-Zaunpfähle gefährden.

Leider geschah über zwei Monate nichts. Die Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt forderte am 12.02.2015 die Stadtverwaltung über die Bezirksvertretung Bochum-Nord erneut auf, die Zaunpfähle aus dem Jahr 1942 zu sichern und bei den erforderlichen Arbeiten umsichtig vorzugehen. Auf Nachfrage der BV Bo.-Nord teilten die Technischen Betriebe dann mit, die umgestürzten Bäume Anfang März 2025 zu beseitigen.

 

10.02.2025  –  Zweiter Denkmalschutz-Antrag für das St. Maria-Hilf-Krankenhaus

Kath. Elisabeth-Kirche und St. Maria-Hilf-Khs. in Bochum-Gerthe (Foto © Kohlengräberland, Februar 2025)

Am 27.05.2024 erhielten wir die Ablehnung der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bochum zu unserem Denkmalschutz-Antrag vom 16.02.2023 für das St. Maria-Hilf-Krankenhaus in Bochum-Gerthe. 

Da die Begründung der Ablehnung im Wesentlichen derjenigen entsprach, wie sie schon in den 1990er-Jahren formuliert wurde und wesentliche Antragsgründe unberücksichtigt blieben, beantragten wir erneut die Fassade des Krankenhauses unter Denkmalschutz zu stellen und die Freiflächen vor der Elisabeth-Kirche und dem Krankenhaus als „schützenswerten Bereich“ auszuweisen. Weiterhin beantragten wir die Einsichtnahme in Protokolle und Dokumente der Stadt Bochum zu den Denkmalschutz-Anträgen für das St. Maria-Hilf-Krankenhaus gemäß des Informations-Freiheitsgesetzes NRW (IFG NRW).

 

02.02.2025  –  Gedenken im Zwangsarbeitslager Bochum-Bergen

2025-02-02 Gedenkveranstaltung im Lager Bochum-Bergen (Foto © Kohlengräberland)
2025-02-02 Gedenkveranstaltung im Lager Bochum-Bergen (Foto © Initiative Lager Bochum-Bergen)

Gegen Ende des II. Weltkriegs litt die Bochumer Bevölkerung unter den sich verstärkenden Luftangriffen der Alliierten, die besonders auf militärische Ziele und Industrieanlagen abzielten. Aber auch die Lager der inhaftierten Zwangsarbeiter*innen, die entweder auf dem Betriebsgelände oder in fußläufiger Nähe lagen, wurden vom Bombenhagel getroffen.

Zum 80. Jahrestag am 2. Februar 2025 erinnerte die „Initiative Gedenkort Bochum-Bergen“  im ehemaligen Lager Bochum-Bergen an 22 durch einen alliierten Luftangriff getötete, meist junge Zwangsarbeiter der Zeche Constantin der Große, die in der Nacht des 2. Februar 1945 ums Leben kamen. Auch Vertreter*innen der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt und des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums nahmen an der Gedenkveranstaltung teil.

Weitere Informationen unter:
https://gedenkortbochum-bergen.de/2025/02/02/viele-interessierte-bei-gedenkfeier/

 

02.02.2025  –  Sportplatz-Sanierung nicht ohne archäologische Begleitung

Modell des jungsteinzeitlichen Großhauses vom Hillerberg, angefertigt von Karl Brandt i. d. 1950er-Jahren, Stadt Bochum, Zentrum für Stadtgeschichte (Foto © Kohlengräberland)
Ausgrabung am Hillerberg (Quelle: Brandt, Karl und Beck, Hans, Ein Großhaus mit Rössener Keramik in Bochum-Hiltrop (Hillerberg, Grenze Bochum-Herne, erschienen in: Germania 32, 1954, Heft 4, Tafel 33)

In der 38. Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Nord am 21.01.2025 wurden u. a. die Entwürfe zur Modernisierung der Sportflächen auf der städtischen Sportanlage „Am Hillerberg“ in Bochum-Hiltrop vorgestellt und erläutert. Hier sollen die vorhandenen Spielflächen zur optimierten Nutzung und Auslastung in moderne Kunststoff-Rasenplätze umgewandelt werden, dazu sind umfangreiche Bodenbewegungen erforderlich.

In Anbetracht der bereits im Frühjahr 2025 geplanten Umbaumaßnahmen fragten Vertreter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt nach, warum hinsichtlich der archäologischen Bedeutung dieses Geländes in der Beschlussvorlage des Referats für Sport und Bewegung keinerlei Hinweise darauf zu finden seien, dass es sich hier – nachweislich seit Anfang der 1950er-Jahre bekannt – um eine ca. 6.000 Jahre alte jungsteinzeitliche Siedlungsfläche handelt, die besondere Aufmerksamkeit erfordere.

Den Vertretern der Stadtverwaltung war dies nicht bekannt, obwohl die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bochum bereits im Jahr 2019 im Rahmen von Denkmalschutz-Anträgen der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt darüber in Kenntnis gesetzt worden war.

In einer erneuten schriftlichen Anfrage gem. § 24 Gemeindeordnung vom 02.02.2025 wurde die Stadtverwaltung von uns aufgefordert, die notwendigen Bodenbewegungen durch sachkundiges, archäologisch geschultes Personal begleiten zu lassen, damit evtl. vorhandene Bodenfunde nicht übersehen oder gar zerstört werden.

Den vollständigen Antragstext finden Sie unter diesem Link: 
§ 24 GO NRW – Anfrage der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt vom 02.02.2025 zum Sportplatz Hillerberg

27.01.2025  –  Stolperstein-Putzaktion in  Bochum-Gerthe

„Stolperstein-Putzaktion am 27.01.2025 in Bochum-Gerthe (Foto © Kohlengräberland)

Vor 80 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Mehr als eine Million Menschen jüdischen Glaubens waren allein in Auschwitz zwischen März 1942 und November 1944 in einem beispiellosen Vernichtungswillen ermordet worden.

Initiiert vom Bochumer Kulturrat, der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt und dem „Gerther Treff“ reinigten Schülerinnen des Unterrichtsfaches „Geschichte + X“ vom Heinrich-von-Kleist-Gymnasium anlässlich des internationalen Gedenktages in diesem Jahr in Bochum-Gerthe die von den „Kohlengräbern“ im Dezember 2021 und Juni 2022 verlegten „Stolpersteine“. Sie erinnerten bei einem Rundgang durch Bochum-Gerthe und bei einem Filmvortrag im Gerther „Kulturrat“ an die Opfer der Shoah aus unserer Nachbarschaft.

 

26.01.2025  –  Shoah-Gedenken in der Bochumer Synagoge

Felix Lipsky mit Schülerinnen des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums aus Bochum Gerthe am 26.01.2025 bei der Gedenkveranstaltung des „Klub Stern“ in der Bochumer Synagoge (Foto © Kohlengräberland)

Anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 fand auch am 26.01.2025 eine Gedenkveranstaltung des „Klub Stern“ für die Opfer der Shoah in der Bochumer Synagoge statt. Felix Lipsky, Überlebender des Ghetto Minsk (Belarus, ehem. Weißrussland), hatte in diesem Jahr Schülerinnen des Unterrichtsfaches Geschichte + X vom Heinrich-von-Kleist-Gymnasium in Bochum-Gerthe eingeladen, die Namen der Shoah-Opfer aus Bochum und Wattenscheid zu verlesen. Nach der Rede von Felix Lipsky, „Auschwitz – Ein Symbol des Holocaust“, rief Uli Borchers vom „Bochumer Bündnis gegen Rechts“ in seiner Ansprache zu Wachsamkeit und Widerstand gegen den zunehmenden Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft auf.

 

21.01.2025  –  Bezirksvertretung Bo.-Nord zur Kündigung der Vereinsräume des BKV Glückauf Gerthe 1891 e.V.

Historische Sammlung des BKV Glückauf Gerthe 1891 e.V. (Foto © Sebastian Sendlak)

Nach dem Heimatmuseum Langendreer kündigte die Stadt Bochum nun nach 15 Jahren auch dem Bergmanns-Kameradschaftsverein „Glückauf Gerthe 1891 e.V.“ die Vereins- und Ausstellungsräume. Die ehemalige Hausmeisterwohnung in der Grundschule an der Frauenlobstraße in Bochum Hiltrop diente als Vereinsheim und bergbauhistorisches Museum. Die Kündigung wurde damit begründet, dass die Räumlichkeiten zukünftig für das OGS-Angebot der Grundschule benötigt würden, obwohl die Frauenlobschule sich gegen eine Erweiterung im Keller und für zusätzliche Räume im Dachgeschoss ausgesprochen hatte.

2025-01-21 Mitglieder des BKV „Glückauf Gerthe 1891 e.V. in der Sitzung der Bezirksvertretung (Foto © Kohlengräberland)

Mit Herzblut und Engagement wurde vom BKV dort über viele Jahre eine Sammlung von Exponaten aus dem Bergbau aufgebaut, die auch vielen Schüler*innen und Lehrer*innen als kleine Ausstellung und als identitätsstiftender Begegnungsort diente. Hier wurde nicht nur an die bedeutende Bergbaugeschichte im Bochumer Norden erinnert, das kleine Museum war ein lebendiges Zeichen für ehrenamtliche Stadtteilarbeit und stand stets für die Bewahrung unseres kulturellen Erbes.

In der 38. Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Nord am 21.01.2025, an der auch der Vorstand des BKV „Glückauf Gerthe 1891 e.V.“ sowie Vertreter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt teilnahmen, wurde über Umzugmöglichkeiten in andere Räumlichkeiten beraten, die Technischen Dienste der Stadt Bochum wollen dem BKV zeitnah Alternativen anbieten.

Lesen Sie hierzu auch den ausführlichen Artikel im Bochum-Journal unter:
https://www.bochum-journal.de/2025/01/19/knappenmuseum-gerthe-in-gefahr/

 

16.01.2025  –  Planungsentwürfe für das ehemalige „UNITECTA-Gelände“

Die ehemalige „Kleine Chemische“ der Zeche Lothringen I/II in Bochum-Gerthe um 1912 (Foto © Archiv Kohlengräberland)

Im Rahmen der frühen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung wurden im Amtshaus Gerthe am 16.01.2025 die Planungsentwürfe für das Gelände der ehemaligen Zeche Lothringen mit Kokerei und Nebengewinnungsbetrieben (Lothringen I/II) im Stadtteil Bochum-Gerthe vorgestellt.

Ehemaliges UNITECTA-Gelände in Bochum-Gerthe (Foto © Kohlengräberland 2025-02-23)

Die Bochum Wirtschaftsentwicklung (WEG) beabsichtigt, die ehemalige Industriefläche mit einer Gesamtgröße von ca. 7,4 ha für gewerbliche Zwecke zu entwickeln. Mit der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 1028 – An der Halde/Kirchharpener Straße – sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine kleinteilige und nachfrageorientierte gewerbliche Nutzung von produzierenden und dienstleistungsorientierten Gewerbebetrieben geschaffen werden.

Strukturkonzept der Stadt Bochum zum Bebauungsplan Nr. 1028 „An der Halde“ vom 19.12.2024

Anwohner des Planungsgeländes und Vertreter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt besuchten die öffentliche Veranstaltung im Gerther Amtshaus. Sie informierten sich über die Planungsentwürfe für das zukünftige Gewerbegebiet und äußerten im Rahmen dieses Bürgerbeteiligungsformates ihre Bedenken und gaben Anregungen zu den möglichen Auswirkungen der Sanierungs- und Baumaßnahmen auf die Anwohner in den angrenzenden Wohnanlagen.   

Foto entnommen aus: Mitteilung der Verwaltung 20240510-003

Angesichts der schweren Altlasten-Verseuchung des Bodens und Grundwassers mit kokereispezifischen Giftstoffen im Planungsgebiet (siehe: Mitteilung_der_Verwaltung_20240510-2) und einer möglichen Gesundheitsbelastung der Anwohner während der Sanierungs- und Baumaßnahmen forderte der Vertreter der Kohlengräberland-Geschichtswerkstatt hierzu weitere Informationsveranstaltungen für die Gerther. Auch öffentliche Beteiligungsformate zur Entwicklung des Gewerbegebietes in direkter Nachbarschaft zur Wohnbebauung sollten für die Stadt Bochum – nach den Erfahrungen mit dem Projekt „Gerthe-West / Wohnen am Hillerberg“ – selbstverständlich geworden sein.